Vorschau auf die „Kulinarische Kolumne“ August

Kulinarische Kolumne von Michael Moser

100 % regional. 100 % Fleisch. Iss gut!
Wenn es um die Wurst geht: Liberalitas Bavariae – Leben und leben lassen

Kennen Sie den? Sie: „Ich bin vegan.“ Er: „Was heißt das?“ Sie: „Ich esse keine Eier und Milchprodukte.“ Er: „Hm, und wie panierst du dann dein Kalbsschnitzel?“ Fleischliebhaber schmunzeln jetzt. Andere, rund 8 Millionen Vegetarier und Veganer in Deutschland, zucken jetzt zusammen. Mittlerweile geht es bei der Frage nach Fleisch – ja oder nein – auch nicht mehr um eine kulinarische, sondern längst um eine philosophische Frage, die gerne lang und breit diskutiert wird! Als Metzgermeister und Vertreter meiner Zunft passiert es immer wieder mal, dass man emotional von jenen attackiert wird, die sich moralisch in der Vorbildrolle fühlen. Sie essen kein Fleisch – demnach werden für sie kein Geflügel, Schweine oder Rinder massenhaft gehalten, um anschließend unter Leid industriell geschlachtet zu werden. Wer kein Fleisch isst, so das Selbstverständnis, lebt ökologisch und ethisch korrekter. Ganz egal, ob Sie sich nun zur einen oder zur anderen Gruppe zählen: Die Mehrheit der Konsumenten hält differenzierten Fleischkonsum für angebracht – weniger Masse und mehr Klasse! Dass „Veggie“ boomt, hat sicherlich auch mit den vielen Fleischskandalen der Vergangenheit zu tun. Nachvollziehbar! Konsumenten, die unsicher sind, ob sich in ihren Ravioli Pferdefleisch, in ihrem Putensteak Salmonellen oder ihn ihrem Schinken lediglich Klebefleisch befindet, greifen mit Begeisterung zur vegetarischen Alternative. Man muss also aus meiner Sicht kein Vegetarier oder Veganer sein, um Massentierhaltung sowie industrielle Schlachtung mit all seinen Konsequenzen abzulehnen. Dabei müssen sich Veganer und Vegetarier nicht zwingend die „Wurst“ vom Brot nehmen lassen! Würstl, Schinken und Braten: all das gibt es längst auch in vegan und vegetarisch – nur leider bleibt der Geschmack oft auf der Strecke. Das, was Sie aktuell im Supermarkt als so genannten „Fleischersatz“ kaufen können, wird ohne Liebe zum Produkt produziert. Es handelt sich vielfach um Massenware, die in den allermeisten Fällen schmeckt wie eine Mischung aus Sägemehl und Radiergummi. Als Geschmacksfanatiker haben wir uns ebenso wenig von diesen Produkten angesprochen gefühlt, wie viele unserer Freunde. Und uns gedacht: Das muss doch besser gehen! Mit mehr Geschmack, mehr Qualität und mehr regionalem Bezug. In der Konsequenz gibt es seit einiger Zeit beim Moser eine kleine Veggie-Linie, vom Veggie-K(äseK)nacker bis hin zum „Fleischloskäs“, unserer Alternative zum „Leberkäs“. Vor allem für „gemischte Familien“ mit Fleischessern und Vegetariern ist das eine feine Sache! Denn jetzt ist es nebensächlich, ob man konsequent vegetarisch lebt oder konsequent Fleisch aus regionaler Erzeugung isst: Das entscheidende scheint in meinen Augen letztlich, dass man sich überhaupt bewusster und nachhaltiger ernährt. Denn im Vordergrund steht für die meisten von uns ein gemeinsames Ziel: Mehr Umwelt- und Klimaschutz, weniger Tierleid und Erhalt unserer bayrischen Kulturlandschaft mit allem, was dazu gehört. Und wie nach Rom führen auch zu diesem Ziel viele Wege. Wir halten es gerne mit der „Liberalitas Bavariae“: Diese steht vor für Weltoffenheit, Toleranz und Großherzigkeit, für das „Leben und leben lassen“.

Vegetarische_Produkte_Moser

Ihr wollt auch die Kolumnen von Juni und Juli noch lesen? Hier findet Ihr sie:

http://landsberger-schmankerl.de/pvo3wi1lfsh4mmoser-cms_extract.l29184.html?BUTTON_REC_ID=29184

/BK

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